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www.rhetorik.ch aktuell: (08. Feb, 2007)

Rapper Stress und Blocher

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Video von "Stress"
Andreas Andrekson alias Billy Bear oder Stress ist ein Rapper der Hip-Hop Band "Double Pact" aus der Westschweiz.

In einem Video "Mais où?" macht der Lausanner seinen Hass auf Christoph Blocher deutlich. Eine Szene zeigt einen Bundesrat, der gebückt dasteht und auf den Hintern kriegt.

Schon auf einem früheren Album kam Blocher dran: Zusammen mit Greis und Bligg nahm er den Track "Fuck Blocher" auf, der an Openairs von der Masse besonders gern mitgegrölt wird. Das neue Video haut in die selbe Kerbe.
Stress (nach "20 Minuten"):

"Blocher ist ein Symbol für eine verbohrte Politik, die mir zuwider ist". Ich hasse seine Methoden und Ansichten. Das ist meine Art zu sagen: Jetzt reicht es!"


Bei Blochers Partei löst der Clip Empörung aus: SVP-Chefideologe Christoph Mörgeli, der in der nächsten "Weltwoche" eine Kolumne über Stress schreibt,

"Schade, dass Stress mit solch einem Clip die Jugendgewalt in die Schweiz bringen will."


Da er das Video nicht gesehen habe, könne er aber nicht sagen, ob die SVP rechtliche Schritte einleiten werde.


In zahlreichen Beiträgen beschäftigte uns immer wieder die Frage: Gibt es Grenzen (des guten Geschmacks, der Ehrverletzung, der religiösen Gefühle usw.) bei - der Kunst? - bei der Werbung? - bei der Satire? Auf der einen Seite wird die Meinung vertreten, es dürfe alles gesagt werden (Meinungsfreiheit). Der Bürger sei mündig und merke selbst, was Manipulation oder was "geistiger Schrott" sei - auf der andern Seite sehen wir immer wieder die Mahnfinger der Korrekten, der Pädagogen, der Ethiker, der Juristen, die keine absolute "Meinungsfreiheit" tolerieren möchten. Aus unserer Sicht ist es nicht einfach, eindeutige Grenzen zwischen Zulässigem und Unzulässigem zu ziehen. Vor allem bei der Satire, bei der Kunst oder bei Karikaturen aber auch im Wahlkampf. Hinsichtlich Persönlichkeitsschutz und menschenverachtenden Darstellungen ist die Grenzziehung hingegen viel einfacher.



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