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Verstehen und Verstanden werden.

von Hildegard Knill + Marcus Knill


Eine Gegenüberstellung von Verständlichkeitshelfern und Verständlichkeitskillern.
Vergleichen Sie dazu auch den Beitrag Missverstehen.

Vorurteile ausklammern.
Frisch: "Der Versuch, sich mitzuteilen gelingt nur mit dem Wohlwollen der Anderen".
Voreingenommenheit
Stört die Informationsaufnahme.


Prägnante Kürze
Bei kurzen Beiträgen hört der Andere besser zu. Erleichtert, Wesentliches vom Unwesentlichen zu trennen.
Langathmiges "Reden ohne Ende"
Ermüdet. Der Zuhörer schaltet bei ausufernden Darstellungen ab. Bei Argumentationsketten besteht die zusätzliche Gefahr, dass der Partner nur das schwächste Argument auswählt.


Bildhafte Sprache
Wer mit Worten konkrete Äusserungen veranschaulichen kann, bewirkt, dass der Zuhörer mit den "Ohren sieht". Visualiseren mit Worten, Reden in "Denkbildern".
Abstrakte Aussagen, vage Äusserungen.
Der Partner kann sich darunter nichts vorstellen.


Beispiele, Erzählungen, Gleichnisse oder Vergleiche
Trockene Abhandlungen


Angemessenes Tempo
Der Inhalt kann aufgenommen und verdaut werden.
Zu schnelles Sprechen
Führt zu bewusstem Überhören. Das "Abschalten" ist nicht nur verständlich, sondern wird zum notwendigen Schutzmechanismus.


Deutliches Reden
Sauber artikulierte Worte werden eindeutiger aufgenommen. Treffende Begriffe verdeutlichen den Inhalt.
Unverständliches Reden
Schlechte Artikulation oder Mehrdeutigkeit führten zu Missverstehen. Unpräzise Begriffe könnten vom Partner emotional negativ belegt sein.


Visualisieren
Schautafeln, Demonstrationen, Piktogramme, Mentalexperimente, Modelle.
Verzicht auf Veranschaulichungen


Richtige Dosierung
z.B. 5 Linien pro Dia, 8 Linien pro Folie, wenig Striche in Diagrammen.
Veranschaulichungslawine.
Folienlawine, Papierflut.


Lautstärke angemessen
Zu leises Reden
Beispiel: Vor sich hinmurmeln. Entfernt sitzende Zuhörer werden vernachlässigt.


Variation
Stimmklang, Modulation muss mit Inhalt übereinstimmen. Stimme beeinflusst Stimmung.
Monotonie
Tötet Aufmerksamkeit, schläfert Publikum ein.


Betonung
Durch Betonung kann beim Sprechen der Sinn der Aussage präzisiert werden.
Gleichförmigkeit
Fehlen der Interpretation, im Extremfall "paradoxe" Betonung.


Sinnvolle Pausen
Denkpausen dienen als Verdauungsphase sowie als Vordenkphase des Redners.
Atemloses Reden


Blickkontakt
Brücke zum "Du". Fördert die Konzentration. Verrät Partner, wie ehrlich der Gedankenaustausch gemeint ist.
Fehlender Augenkontakt
Adressaten fühlen sich nicht angesprochen.


Sinnvolle Mimik, Gestik
Körpersprache muss mit Aussage übereinstimmen. Gesicht dem Zuhörer zuwenden.
Starres Kommunizieren
z.B. abgewandtes Gesicht. Extrem: falsche Mimik oder Gestik: z.B. Lächeln während einer traurigen Botschaft.


Aktives Zuhören
Mitdenken. "Mehr zuhören als reden - solches lehrt uns die Natur: sie versah uns mit zwei Ohren, doch mit einer Zunge nur" - Gottfried Keller.
Mangelnde Aufmerksamkeit
Egozentriker sind schlechte Zuhörer.


Begeisterung
Geistige Präsenz, Frische.
Müdes Kommunizieren
Mangelnde Spannkraft (eventuell durch Routine, fehlendes Lampenfieber).


Bekanntes und Neues mischen
Sowohl Redundanz als auch Innovation sind wichtig.
Monokultur
Nur Neues - Zuhörer schaltet ab.
Nur Bekanntes - Zuhörer langweilt sich.


Fachausdrücke erklären
Keine Fremdwörter oder Abkürzungen, die dem Zuhörer nicht bekannt sind.
Fremdwörter


Guter Aufbau
Gliederung ordnet die Gedanken. Sprachliche Gliederung durch Pausen, Betonung, Zäsuren.
Wirres Drauflosreden
Themen oder Informationen, die der Zuhörer nicht zuordnen kann.


Aufhänger als Start
Interesse wecken.
Weltfremder Einstieg
Entfremdet genauso wie der "Schluss ohne Ende".


Wiederholungen
z.B. "Ich bin einverstanden mit Herrn Meier - er hat vorhin gesagt, das Projekt könne nicht finanziert werden, weil die Steuereinnahmen zurückgehen. Trotzdem..."
Unrealistische Annahme über Kurzzeitspeicherung
z.B. "Ich bin einverstanden mit Herrn Meier, trotzdem ..." Der Zuhörer hat die Aussage vergessen oder weiss nicht, welche Aussage gemeint ist.


Angemessene Sprachebene
Publikumsvorwissen in Betracht ziehen. Gemischtes Publikum.
Falsche Stilebene
Kühner Griff in Trickkiste der Fachwörter oder statussymbolisches Reden hemmt Verstehen. Modewörter, Technokratensprache, Parteichinesisch.


Mundart und Standardsprache sauber trennen.
z.B.: Beitrag in Mundart, Zitat in Schriftsprache.
Gemisch von Schriftsprache mit Mundart.


Saubere Sprache.
Sprechmarotten.
Beispiele: "Ahh","Hm","Oder", "Also".


Gesprächspartner ausreden lassen
Warten und Schweigen können.
Unterbrechen der Gesprächspartner
Lauern auf Stichwort, um memorierten eigenen Beitrag einzubringen.


Dialoge
Gleichberechtigter Austausch von Meinungen.
Monologe
töten Kommunikation.


Erst reden, wenn Adressaten zuhören
Reden, bevor die Adressaten zuhören


Zuhörer ansprechen
Im Gespräch: Die Partner mit dem Namen ansprechen.
Zuhörer nicht ansprechen
Verschlechtert Kommunikationsatmosphäre.


Beim Thema bleiben
Vom Thema abschweifen


Meinungen begründen.
Klare, einleuchtende Argumente mit Fakten belegen.
Unklare Argumente
Was nicht einleuchtet, wird nicht aufgenommen.


Keine persönlichen Angriffe Persönliche Angriffe
Der Angesprochene will nicht mehr verstehen. Es kommt zu Missverständnissen. "Reptilienhirn" wird aktiviert.


Fragen stellen
Ermuntert Partner, sich selbst darzustellen.
Desinteresse am Partner


Angesprochene ernst nehmen
Über Parter lustig machen.


Positiv formulieren
Beispiel: "Bitte Gehweg benutzen"
Negativ formulieren.
Beispiel": "Rasen betreten verboten!"


12. Juli, 2002

Karrikatur vom 12. Januar 2011.




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