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Blickkontakt als Kommunikationsbrücke


von Marcus Knill

"Kann der Blick nicht überzeugen, überredet die Lippe nicht."
  Grillparzer
"Um sich begreiflich zu machen, muss man zum Auge reden"
  Herder


Filmquelle:
You Tube


Der Blickkontakt darf als Kommunikationsbrücke nicht unterschätzt werden. Schlechter Blickkontakt reduziert die Wirkung beim Gegenüber.
  • Blickkontakt verbindet Sender und Empfänger.
  • Der Augenkontakt macht aus einem Monolog einen Dialog.
  • Der Zuhörer fühlt sich angesprochen.
  • Der Redner erhält Rückmeldungen, erkennt Einverständnis, Müdigkeit oder Ablehnung.
  • Die Augensprache kann - fesseln - ermuntern - verbinden - ignorieren - herabsetzen - angreifen - disziplinieren - öffnen - erröten lassen - Raum schaffen für Begegnungen - ermuntern.
  • Blicke wirken auch auf das Unterbewusstsein. Sie können inspirieren. Sie werden zwangsläufig interpretiert: - Weshalb schaut er mich so an? - Warum schaut er mich nicht an? - Lügt er? Blickkontakte sind mit zahlreichen zusätzlichen Aussagen verbunden.
  • Bei Präsentationen kann man oft feststellen, dass der Sprecher in erster Linie der Vorgesetzte fixiert wird. Dieses Phänomen bezeichnet man Hierarchiefixierung. Der Redner will beim Vorgesetzten in Erfahrung bringen, wie er "ankommt".Wird dieses Verhalten bewusst gemacht, verschwindet es automatisch.
  • Gründe für fehlenden Blickkontakt können Angst, Unsicherheit oder Gehemmtheit sein. Untersuchungen von der Universität von Wisconsin-Madison weisen darauf hin, dass autistische Kinder selbst bekannte Gesichter als Gefahr erkennen und deshalb Blickkontakt vermeiden. Quelle.


Erkenntnisse

  1. Ein Blickkontakt unter fünf Sekunden wird nicht als echte Kontaktaufnahme empfunden.
  2. Die wilde "Scheibenwischertechnik", bei der ein Redner sich bemüht, möglichst alle Leute anzuschauen, indem der Blick ständig hin und her huscht, kommt nicht an.
  3. Auch der "Mattscheibenblick", bei dem mehrere Leute miteinander betrachtet werden, ohne dass die einzelnen Personen bewusst gesehen werden, ist ineffektiv.
  4. Wird in einem Gespräch eine Person nie angeschaut, so wird sie zur "Nichtperson". Auf diese Weise konnten schon Mitarbeiter "hinausgeekelt" werden. Sie kündigten.
  5. Auch Lehrpersonen könnten missliebige Schüler mit langfristigem Blickentzug psychisch schädigen, (ohne dass der "Psychoterror des nachgewiesen werden kann).




  • Reden Sie auch bei einem grösseren Zuhörerkreis stets nur mit einzelnen Personen.
  • Wir sind der Meinung, dass Die Augensprache nicht künstlich trainiert werden soll. Spricht jemand zuhörerorientiert und interessiert er sich für das Gegenüber, so stimmt auch der Blickkontakt.
  • Wie bei der Stimme muss der Blick zur Person, zur Situation und zur Aussage passen. Er beeinflusst den Überzeugungsprozess.



Links und Referenzen:


Das Tosca Bühnenbild in Bregenz mit einem riesiges Auge. Quelle.


Nachlese: Es gibt zahlreiche Redensarten über Blicke. Ein Beispiel ist

"Wenn Blicke töten könnten."


Es gibt unterschiedlichste Wirkungen bei der Augensprache. Es gibt liebevolle, neidische Blicke, den treuen oder vertrauenserweckenden Blick, auch kritische Blicke. Die folgende Foto visualisiert auf kreative Art "den bissigen Blick".


7. Januar, 2007






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