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Zum Auftreten am Radio


von Marcus Knill

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Das Radio ist ein Begleitmedium. Die meisten Menschen arbeiten, fahren Auto oder lesen sogar die Zeitung wiffirend des Radiohörens. Bedenken wir: Das Ohr spielt hier eine zentrale Rolle. Damit bekommt die Stimme einen besonderen Stellenwert. Die Formulierung muss so sein, dass die Zuhörer die Aussage mit den Ohren "sehen". Reden Sie demnach so, dass die Zuhörer gleichsam einen "Kino im Kopf" erleben. Geschichten, Metaphern, Vergleiche, Beispiele dürfen nicht fehlen. Hinsichtlich Kürze und Aufbau von Voten gelten die gleichen Grundsiitze wie beim Fernsehen.
  • Wenn möglich nicht am Telefon Auskunft geben, gehen Sie wenn möglich ins Studio oder lassen Sie sich von einem Journalisten mit einem guten Tonbandgerät befragen. Denn: Die Stimme am Telefon ist flacher und überzeugt weniger.
  • Sitzen Sie so hin, dass es Ihnen wohl ist. Die Zuhörer hören es, wenn der Kehlkopf verspannt oder die Stimmbänder gleichsam verklemmt sind (dies geschieht durch leichtes Zurücklehnen oder nach vorn beugen).
  • Übrigens wirkt sich auch die Gestik beim Mikrofonsprechen vorteilhaft aus und hat einen Einfluss auf die Modulation. Falsch wäre es, zu glauben, nur weil das Bild fehle, könnte auf die Gestik verzichtet werden. Dies gilt übrigens auch beim Telefonieren. Gestik baut den Stress ab. Der Sprecher, der die Körpersprache nicht blockiert, hat weniger Versprecher, spricht langsamer, macht mehr Pausen. Zudem ist die Stimme viel lebendiger und variiert mehr.
  • Bei Aufzeichnungen: Lassen Sie sich die Sequenz vorspielen. Erwähnen Sie, was Sie keinenfalls gekürzt haben möchten.
  • Je näher Sie beim Mikrofon reden, desto intimer tönt die Stimme. Anderseits ist jeder Atemzug hörbar. Wichtig: Der Techniker kümmert sich ums Mikrofon. Neigen sie sich nicht nach vorn. Doch gilt auch beim Radio: Reden Sie so, wie Sie mit einer Person an einer Party reden würden d.h. "Kammerton" ist angesagt. Sie müssen nicht schreien (nur weil die ganze Nation zuhört).
  • Formulieren Sie bei elekronischen Medien mit kurzen Gedankenbögen, die jeweils nach ca 13 Wörtern (= 3 Sekunden) abgeschlossen werden. Kein Bandwurmreden! Ein Gedanke folgt dem anderen.




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