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www.rhetorik.ch aktuell: (22. Jan. 2003)

Cowboy Rhetorik



US Verteidigungsminister Rumsfeld hatte mit einer Bemerkung über Deutschland und Frankreich aus der Hüfte geschossen. Der Grund für die Bemerkung war die wachsende Skeptik der Regierungen dieser Länder an der Irakpolitik der USA.
Ein Holländischer Reporter hatte Rumsfeld gefragt, warum denn so viele Europäer an President George Bush's Irakpolitik zweifeln würden. Rumsfeld:

"Sie denken von Europe als Deutschland und Frankreich. Ich nicht. Ich denke, das ist das "alte Europa".


Die Reaktion der Bemerkung Rumsfelds folgte sofort. Die Aussage schien einen Nerv getroffen zu haben. Sowohl Politiker aller Richtungen, wie auch Intellektuelle kritisierten oder kommentierten die Sache. US Diplomaten in Europa hatten danach einiges an Wogen zu glätten.


Rumsfeld war in der selben Woche schon einmal rhetorisch ins Fettnäpfchen getreten, als er gesagt hatte, dass die vom Staat ausgehobenen militärdienstpflichtigen Vietnamveteranen nichts zum Krieg beigetragen hätten.

Das französische Blatt "Le Parisien" brachte eine Karikatur, in der die kriegsunwilligen Miltitäranwärter Chirac und Schröder vom Aushebungsbeamten Rumsfeld als "zu alt" ausgemustert werden. Ein Beispiel von Politischem Humor.


Nachtrag vom 6. Februar: Rumsfeld legt noch einen drauf Rumsfeld Rumsfeld, der übrigens deutsche Vorfahren hat, sagte vor dem US-Kongress, dass andere Länder signalisiert hätten, sie würden beim Wiederaufbau des Iraks helfen, wenn dort ein Machtwechsel stattgefunden habe.

"Dann gibt es noch drei oder vier Länder, die gesagt haben, sie würden gar nichts tun. Ich denke, Libyen, Kuba und Deutschland sind diejenigen, die angedeutet haben, sie würden in keiner Beziehung helfen."

Auch Richard Perle, Berater von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, hat den Ton gegen Deutschland erneut verschärft.
"Die Deutschen spielen keine Rolle mehr"

sagte Perle dem "Handelsblatt".

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