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www.rhetorik.ch aktuell: (28. Sep, 2018)

Das Kavanaugh Drama

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Man ist sich schon einiges gewohnt in den USA, das Drama um die Benennung des neuen Richters in den USA war aber noch nie so spannend. Der Senat hörte sich zuerst eine Frau an, die behauptet, als Mittelschülerin von Kavanaugh sexuell belästigt worden sei. Dann, am Nachmittag durfte sich Kavanaugh verteidigen. Die New York Times titelte: "Sie sagte, er sagte, nun muss der Senat sagen". Es sieht so aus, als ob das Senatoren Kommitee nun heute Kavanaugh zur Wahl vorschlagen wird.
Nachtrag vom Freitag: Tatsächlich wird Kananaugh vorgeschlagen, es wird aber eine kurze FBI Untersuchung verlangt. Die Wahl wird also noch etwas verzögert, doch sieht es so aus, als ob der Richter gewählt werden wird. Wie durch ein Wunder hat er die 4 Anschuldigungen aus seiner Vergangenheit wegreden können. Dabei wichtig war aber, dass die Mehrheit im Senat aus Republikanern besteht, die Kavanaugh um jeden Preis wollen. Man weiss von ihm, dass er erzkonservativ und ganz auf der Trump Linie ist. Weil Richter auf Lebzeiten gewählt werden, ist die Wahl ungeheuerlich wichtig.
Nachtrag vom Samstag: Kavenaugh ist gewählt worden. Es war ein einmaliger Prozess. Vor allem phenomenal war, dass ein so stark angeschlagener politischer Kandidat trotz Skandal und Lügen unter Eid gewählt worden ist. Seine Aussagen üb;er Trink und Sex sind einhellig als Lügen bewertet worden: (Beispiele: 1, 2, 3, 4, 5, 6) 7, 8.) So war in seinem Jahrbuch Eintrag von ihm von "Teufelsdreieck" die Rede, was eindeutig ein "Dreier" heisst. Kavenaugh hat es unter Eid als "Trinkspiel" definiert. Man errinnert sich an Clinton der sagte dass er "keinen Sex mit dieser Frau hatte" (Oraler Sex war nach seiner Definition nicht Sex). Ein anderer Jahrbuch Eintrag sprach von "Boofing", was als rektaler Sex interpretiert werden muss. Er hat es unter Eid als "Furzen" definiert. Erstaunlich ist, dass trotz dieser Dinge und seiner Parteinahme (ein Richter müsste eigentlich unabhängig sein), und einem Brief von 2400 unterschriebenen Uni Rechtsprofessoren, die sagten, dass Kavenaugh kein geeigneter Richter sei, der Kandidat trotzdem durchgeboxt wurde. Ein oberster Richter, der unter Eid nicht die Wahrheit sagt, ist nicht gerade eine gute Sache. Die Wahl hat auch gezeigt, wie stark heute in den USA die Politik zur Parteipolitik und nicht mehr Sachpolitik verkommen ist.

Spiegel:
Was von der Anhörung des Brett Kavanaugh vor dem US-Senat bleiben wird, das ist dieses ikonische Bild. Fast möchte man es in Öl auf Leinwand bannen, weil es scheinbar die ganze Geschichte erzählt. Dabei ist es noch nicht einmal ein Foto. Es ist ein flüchtiger Screenshot nur, der doch in seiner beinahe zentralperspektivischen Anlage und Konzentration auf den Mann im Mittelpunkt ein wenig an Leonardo da Vincis schicksalhaftes "Abendmahl" erinnert: "Nehmt, dies ist mein Leib".

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