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www.rhetorik.ch aktuell: (08. Nov, 2017)

Nationalitaet von Tatverdaechtigen

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Die Stadtpolizei Zürich verzichtet künftig auf die Nennung der Nationalität bei Tatverdächtigen. Statt wie bisher automatisch wird die Stadtpolizei Zürich in der Zukunft die Nationalität von Tatverdächtigen nor auf Anfrage bekanntgeben. Der Entscheid wird damit begründet, dass die Nennung der Nationalität diskriminierend sei. Die Nationalitätennennung grenze gewisse Bevölkerungsgruppen aus und stigmatisiere Ausländer.

Diese Sichtweise ist verständlich, doch wie immer bei Propagandaaktionen, führt das zu einer Gegenreaktion. Das Verschweigen führt dazu, dass die Bevölkerung das Gefühl hat, die Herkunft der Kriminellen werde vertuscht.
Die Schwarzseher, die mit Lügenpresse und Fake News um sich schlagen, werden wieder Aufwind haben. Das hat sich in Deutschland gezeigt, nachdem bei Vergewaltigungen bewusst verschweigen wurde, dass es sich um Nordafrikaner gehandelt hatte. Dies gab der AfD aufwind. Sie sahen den Vorwurf "Lügenpresse" bestätigt.
Transparente, ehrliche Information müsste eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Reiche, Arme, Männer oder Frauen werden ja auch nicht geschont. Wolff gehört der Alternativen Liste an. Es ist erstaunlich, dass nun in dieser heiklen Frage es ausgerechnet die Linken, welche sich sonst für die Transparenz stark machen, die sich nun bei der Nationalitätennennung gegen eine transparente Information wehren.
Die Kommentare in den Medien sind eindeutig. Wolffs Entscheid wird als Täterschutz gesehen. Weshalb darf die Öffentlichkeit nicht wissen, welche Bevölkerungsgruppe kriminelle Taten begehen? Hilfreich waren seit je ungefärbte Statistiken. Die Belastungsquote aus dem Jahre 2016 sind öffentlich: aus dem BFS: Verurteilte Personen pro 1000 Staatsangehörige 1. Westafrika 20.7 2. Zentralafrika 19.9 3. Dominikanische Republik 18.8 4. Nordafrika 17.3 5. Chile 12.3 6. Kolumbien 10.8 7. Ostafrika 9.5 8. Brasilien 9.3 9. Türkei 9.3 10. Ex-Jugoslawien und Albanien 8.3.

Fakten haben nichts mit Vorurteilen zu tun. Fakten sind auch nicht diskriminierend. Seit Jahren wird die Frage der Nationalitätennennung kontrovers diskutiert. Auf schweizerischer Ebene haben sich jedenfalls die Polizeikorps eindeutig darauf geeinigt, die Nationalität von Tätern zu nennen.
Wir können davon ausgehen, dass Wolffs ausscheren den Unmut in der Bevölkerung fördert und die Bevölkerung das Gefühl hat, es würden unangenehme Fakten weiderum unter den Teppich gekehrt.

Es ist auch ein Steilpass für die SVP. Aus 20 Minuten: "Die Täter-Nationalität ist relevante Information" Dass die Zürcher Polizei die Nationalität von Tätern nicht mehr nennen darf, sorgt für Kopfschütteln. Die Ausländerkriminalität werde unter den Teppich gekehrt, sagen Kritiker. Der BlICK doppelt nach und fasst es in einer Schlagzeile zusammen:

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