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www.rhetorik.ch aktuell: (29. Okt, 2011)

Werbepanne mit Schach

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Im Buch "Zug um Zug" von Helmut Schmidt und Peer Steinbrück ist das Schachbrett falsch orientiert und der schwarze Turm falsch gesetzt. Die Spieler spielen gleichzeitig. Die Aufnahme ist offensichtlich gestellt. Medien und Politiker die Steinbrück weniger günstig gesinnt sind, können sich am Faux-Pas freuen.
Peter Schütz vom Stern, Susanne Höll Sueddeutsche Zeitung kommen zur Rede. Clips von der ARD, Artikel vom Spiegel und die "Bild" werden erwähnt.
Quellen:
Aus "20 Min":

Immer wieder wird Peer Steinbrück dieser Tage dieselbe Frage gestellt: Wird er als Kanzlerkandidat der SPD bei den kommenden Bundestagswahlen gegen Angela Merkel antreten? Der Favorit für die Führungsrolle weicht regelmässig einer Antwort aus, doch andererseits stellt der Politiker schon die Weichen für morgen. Zusammen mit Altkanzler Helmut Schmidt hat Steinbrück aktuelle Probleme besprochen und aus dem Gespräch das Buch "Zug um Zug" gemacht. Im Spiegel bescheinigte Schmidt dem 64-Jährigen mit Blick aufs Kanzleramt: "Er kann es." Auf dem Cover von "Zug um Zug" sind die beiden gebürtigen Hamburger beim Spiel der Könige zu sehen, doch wie dem "Hamburger Abendblatt" auffiel, steht das Schachbrett um 90 Grad falsch: "Nun liegt der Beweis vor, schwarz auf weiss, viel schlimmer noch: Schwarz ist nun Weiss, und Weiss ist Schwarz." Ein peinlicher Patzer, der die "Süddeutsche Zeitung" dazu veranlasst hat, bei der Fotografin nachzuhaken. Kennt sich Ingrid von Kruse mit Schach aus? "Überhaupt nicht", antwortete die 75-Jährige ehrlicherweise und wundert sich: "Dass die Spieler das selbst nicht gemerkt haben!" Der Zeitdruck könnte schuld daran sein, dass das Feld unten ganz rechts schwarz statt weiss ist, so die Fotografin. "In Schmidts Haus hatte ich nur eine Stunde Zeit und musste sehen, wie ich mit den Räumlichkeiten und Stimmungen der Herren zurechtkam. Schmidt hatte nur noch an diesem Tag Zeit und Lust für das Foto." Auch die Deutsche Presseagentur fand ein Haar in der PR-Suppe und bemängelte, dass beide Spieler gleichzeitig ihre Figuren versetzen wollen. Von wegen "Zug um Zug"! "Stern.de" fragte bei Steinbrücks Büro nach, ob sich der Hausherr denn wenigstens schäme, doch der verweigerte die Antwort. Bleibt noch die Nachfrage beim Hamburger Buchverlag "Hoffmann und Campe". Der findet die Sache wenig lustig, gewinnt der Situation aber dennoch Gutes ab. "Deutschland wird diesen Fehler jetzt kennen. Und jeder, der anfängt, Schach zu spielen, wird ihn nicht mehr machen." Zugegeben: Der Fauxpas ist mehr ein "Fauxpäschen", aber bei einem selbstbewussten Mann wie Steinbrück, der keinem Bauernopfer aus dem Weg geht, bricht es doch einen kleinen Zacken aus der Krone.

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