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www.rhetorik.ch aktuell: (06. Dez, 2010)

Massenkopien von Wikileaks

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Die Versuche, Wikileak zu stoppen sind kläglich gescheitert. Die Geldhähne sind der Wikileak Organisation zugedreht worden, die Server abgeschaltet. Assange wurde mit Anschuldigungen dingfest gemacht, das wie aus einem schlechten Spionageroman kommt:

Nachdem die mächtigsten Regierungen der Welt von einer Organisation blossgestellt worden sind, wird deren Anführer unter dem nebulösen Vorwurf "sexuelle Nötigung" international per Interpol gesucht und befindet sich dann in Untersuchungshaft.

Der Streisand Effekt ist eingetreten. Das Wikileaks Feuer wurde - statt ausgetreten - noch weiter entfacht.

Schon 350 Seiten haben den Inhalt von Wikileaks parat. Der Spiegel:
WikiLeaks setzt auf die Macht der Masse: Mit einem verzweigten Netz von Kopien im Internet will die Organisation ihre Webseite vor Abschaltversuchen schützen. Zuvor war das Angebot zeitweilig nicht mehr erreichbar gewesen. Wenige Stunden nach dem Start ist die Aktion bereits ein Erfolg. Die Webseite von WikiLeaks soll unverwundbar gemacht werden. Nach andauernden Angriffen aus dem Netz und verschiedenen Versuchen, die Seite nicht mehr erreichbar zu machen, vertraut das Enthüllungsportal jetzt ganz auf seine Unterstützer. Ein weitverzweigtes Netz von Kopien im Internet soll dafür sorgen, dass die Inhalte des Enthüllungsportals nicht mehr aus dem WWW gelöscht werden können. Eine Aktion, die am Sonntag mit Erfolg angelaufen ist. Sobald mindestens 50 Kopien der WikiLeaks-Seite online sind, soll eine Liste davon ins Netz gestellt werden, teilte die Organisation in der Nacht zum Sonntag mit. Der Aufruf zu dieser " Massen-Spiegelung" folgt auf eine Reihe von zeitweiligen oder Beinahe-Abschaltungen, mit denen die Organisation in den letzten Tagen zu kämpfen hatte. Zudem ist WikiLeaks eigenen Angaben zufolge seit Veröffentlichung der Botschaftsdepeschen sogenannten DDoS-Attacken (Distributed-Denial-of-Service) ausgesetzt. Dabei wird der Webserver von WikiLeaks durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen eines sogenannten Botnets (siehe Kasten) stark ausgebremst oder bis zum Totalausfalls überlastet. (...)
Dass die jetzigen Wikileaks nicht gestoppt werden konnten war wohl klar. Ob die massive Reaktion in Zukunft durch Abschreckung solche Wikileaks verhindern kann ist noch nicht klar.
Nachtrag vom 16. Dezember, 2010

In den USA dürfen Air-Force Mitarbeiter manche Zeitungsseiten nicht mehr aufrufen. Dazu gehört die Webseite der "New York Times". In den USA garantiert ein erster Verfassungszusatz "Redefreiheit und Pressefreiheit".

Der Spiegel Artikel meint, dass dieser Vorfall all jenen Warnern recht geben, die vor der Einrichtung einer zensurtauglichen Infrastruktur gewarnt haben. Denn der Fall zeigt, dass falls Zensurmöglichkeit mal vorhanden sind, die Gefahr gross, dass sie auch eingesetzt wird.

Unterdessen sind die Wikileaks Dokumente auf Tausenden von Webseiten zu finden.

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