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www.rhetorik.ch aktuell: (22. Nov, 2007)

Schlammschlacht mit einem Gerücht

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:
Kein anderes Mittel löst mit ähnlich geringem Aufwand so viel Wirkung aus wie ein Gerücht. Gerüchte sind eine effiziente Form der Kommunikation Man hat sie nicht unter Kontrolle. Sie kommen einem vor allem dann in die Quere, wenn mehr an ihnen ist als man (wahr)haben möchte. Meistens dann, wenn man sie am allerwenigsten brauchen kann, tauchen sie auf.

Hier ist ein neues Beispiel: Seit Monaten wird das Gerücht verbreitet, dass die demokratische Kandidatin Hillary Clinton ein lesbisches Verhältnis mit ihrer persönlichen Assistentin Huma Abedin haben soll.

Es begann in Internet-Blogs, dann übernahmen auch andere Medien die Geschichte. Der New Yorker "Village Voice" berichtete im August 2007 darüber.

Ein hoher Beamter der Justizbehörde soll nach Zitat "20 Min online" gesagt haben: "Ich bin nahe genug dran an Hillary und Huma, um zu sagen, dass dieses 'Gerücht' wahr ist. Wenn man bei Hillary frühmorgens zuhause anruft, nimmt immer Huma ab. Genauso ist es am Abend und unterwegs", sagte er gegenüber "Big Head DC".


Nachdem auch die dem Medienmogul Robert Murdock gehörende times online von der Affäre berichtet haben, wehrte sich Hillary Clinton gegen den Lesben-Vorwurf:

"Es ist nicht wahr."


sagte sie in einem Interview. Doch ausgestanden ist der Angriff noch nicht.

Gerüchte müssen nie bewiesen werden. Sie werden weiter verbreitet und können enormen Schaden anrichten.


Wir haben auch bei Gerhard Schröder gesehen, dass Gerüchte rasch gestoppt werden müssen, wenn sie nicht stimmen.
Beispiele vom 1. November und 22.November:



Nachtrag vom 29. November: Weitere Beispiele vom 26. und 28. November





Kommentar zu Gerüchteattacken im Allgemeinen:

Gerüchteangriffe können folgenschwer sein, auch wenn sie nicht wahr sind. Vor allem, falls sich ein Gerücht über ein Politiker nachträglich als wahr entpuppt, wird es eng. Auch wenn die Geschichte in den Privatbereich gehört.


Swiftboating

Die Dreckwerferei in den US Präsidentschaftswahlen hat gar noch nicht richtig begonnen. Vom letzten Wahlkampf her kennt man in den USA heute den Begriff "Swiftboating". Die Taktik der Schmutzaffaire wurde damals gegen John Kerry erfolgreich angewandt. Ein Gruppe von Vietnamveteranen, hat die Taten Kerris im Vietnam kritisiert. Der Name kommt von Swift boat" ein schnelles Patroullien Schiff. Die bisherigen Angriffe auf Hillary Clinton und Obama Barack (dem Verbindungen mit Muslime zugeschrieben werden und dessen Name schon mehrfach bewusst mit einem "s" statt "m" falsch geschrieben wurde), werden in den USA zwar als absurd kommentiert. Deren längerfristige Wirkung kann man aber schwer einschätzen.

Vor den nächsten Präsidentschaftswahlen erwartet man noch viel mehr davon.


Zum Thema Homosexuelle Politiker im Allgemeinen:

Miram Hollstein schrieb in der "Welt am Sonntag": "Obwohl auch gleichgeschlechtlicher Liebe bei Politikern heute kein Fallstrick mehr ist, raten homosexuelle Politiker zum Outing. Die frühere niedersächsische parteilose Kultusministerin Helga Schuchardt war 1992 die erste deutsche Spitzenpolitikerin, die sich als öffentlich als lesbisch outete. Obwohl man das im Umkreis der Politikerin bereits wusste. (...)

Wowereit, Wulff und der FDP-Chef Guido Westerwelle sind nach wie vor Ausnahmen unter Deutschlands Spitzenpolitikern: Sie haben ihre Homosexualität öffentlich gemacht. Im Bundestag bekennt sich nur rund ein Dutzend der Abgeordneten dazu, lesbisch oder schwul zu sein. Von etwa 30 homosexuellen Kollegen weiss Volker Beck. Die tatsächliche Zahl dürfte noch höher liegen: Wenn man davon ausgeht, dass der Anteil Homosexueller an der Bevölkerung bei etwa zehn Prozent liegt und der Bundestag ein repräsentativer Querschnitt ist, müssten von den derzeit 613 Abgeordneten etwa 60 gleichgeschlechtlich lieben".

Barbara Lukesch schrieb 1997 in einem Weltwocheartikel "Während es in den USA inzwischen etliche Kongressabgeordnete wie den Republikaner Jim Kolbe aus Arizona oder den Demokraten Barney Frank aus Massachusetts und bereits mehrere Dutzend "state representatives" in den einzelnen Bundesstaaten gibt, die nach dem Bekanntwerden ihres Schwulseins politisch keinen Schaden genommen haben, sind offen schwule beziehungsweise lesbische Volksvertreter in Deutschland dünn und in der Schweiz noch viel dünner gesät."



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