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www.rhetorik.ch aktuell: (07. Jul, 2007)

Der Jogger Sarkozy

Rhetorik.ch Artikel zum Thema:


Wie die US Zeitung "Washington Post" in einem Artikel

"In Frankreich, Jogging ist ein Witz"

berichtet, hat das regelmässige Joggen von Nicolas Sarkozy auch Kritiker. Das linke Blatt "Libération" meint, Joggen sei "unfranzösisch und eine rechtsextreme Verschwörung". Britische Kommentatoren lächeln zu dieser Verschwörungstheorie, "Die Franzosen haben wieder einmal ihren Verstand verloren."


Tatsächlich, im Fersehsender "Fance 2" meinte der französische Philosophe Alain Finkielkraut, dass Sarkozy diese "würdlose Tätigkeit" aufgeben solle. Entblösste Knies zu zeigen, hätte Mitterand nie gewagt, geschweige denn Louis XIV. Herumspazieren sei die angemessene Bewegungsart des Denkers, vom Philosophen Sokrates zum Poeten Rimbaud. Finkielkraut:

"Die westliche Zivilisation ist auf der Promenade geboren. Spazieren ist ein sinnvoller spiritueller Vorgang. Jogging aber ist Körpermanagement. Der Jogger sagt: 'ich bin in Kontrolle'. Es hat nichts mit Meditation zu tun."


Der Sportsoziologe Patrick Mignon erklärt dazu, dass Französische Intellektuelle schon immer Sport verabscheut haben, weil totalitäre Regimes den Sport kultiviert hätten.

Englischer Humor hilft in dieser Hinsicht vielleicht am besten weiter. Der englische Paralamentarier Boris Johnson, selbst Läufer, meint im "Telegraph" und in seinem Blog:

"Ich werde von der Anklage, dass Jogging rechtsextrem ist, nicht abgeschreckt. Natürlich ist es rechtsextrem, im gleichen Sinne wie alles Tagtägliche rechtsextrem ist."




Und er gibt Gegenbeispiele wie dem nicht gerade linken Charles de Gaulle, der sich "wellenförmig wie eine Giraffe fortbewegt haben soll" und nie in einen Laufschritt verfiel. Auf der anderen Seite habe es auch den eher linksliberalen Jimmy Carter gegeben, der sich einmal während seines Joggingtrainings so vorausgabte, dass er kollabierte.


Ein berühmter Monty-Python Sketch illustriert den Standpunkt Finkielkrauts sehr gut. Es zeigt ein eher intellektuelles Fussballspiel "Griechenland gegen Deutschland". Die Satire zeigt, dass Meditation statt körperlicher Vorausgabung tatsächlich Erfolg haben kann: der griechische Spieler Sokrates kommt nach reiflicher Meditation von Archimedes zum entscheidenden Tor. "Heureka!"



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