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www.rhetorik.ch aktuell: (16. Dezember, 2006)

Plakataktion zum Aufrütteln




Ein selbst entworfenes Plakat des SVP Einwohnerrates Stefan Saladin, Quelle: Blick 15.12.06
Der SVP Politiker Stefan Saladin gibt zu, er habe provozieren wollen und fügt bei, er habe Mütter getroffen, die sich grosse Sorgen um ihre Töchter machten. Eine Mutter habe gesagt:

"Alle Mädchen sollten mal für einen Tag mit einem Kopftuch zur Schule"


dies sei die einzige Lösung, sonst würden alle Debatten über sexuelle Übergriffe versanden.


Der "Blick" schreibt: "Böse Zungen behaupten, Saladin habe die Plakataktion nur gemacht weil im Februar Landratswahlen seien. Dass die Plakataktion effektiv war, zeigen die Leserbriefe im "Blick". Viele der Leserbriefschreiber waren über den "Vorschlag" empört:

  • "Totaler Blödsinn von Hr. Saladin"
  • "Absolut Lächerlich"
  • "Naiver Gedanke, solch eine Tat vermeiden zu wollen und für mich lächerlich."


Der SVP Mann wollte mit der Plakataktion aufrütteln. Das ist ihm gelungen. Interessant an der Geschichte ist, dass ein Teil des Publikums, das er ansprechen wollte, nicht verstanden hat, dass er damit nur provozieren wollte und dass er mit der überspitzten Forderung gerade solche Reaktionen produzieren wollte.

Es ist möglich, dass Saldadin sich von einer (ernstgemeinten) Aussage der Norwegischen Antropologin Unni Wikan hat inspirieren lassen, die einmal gemeint hat, dass man die Kultur von Gruppenvergewaltigungen von Immigranten tolerieren müsse, weil die Norwegischen Frauen mit ihren Kleidern provozieren würden. Sie meinte im Jahre 2001:

Norwegische Frauen müssen realisieren, dass sie in einer multikulturalen Gesellschaft leben und sich daran adaptieren müssen.


Die Aussage produzierte viel Diskussion, auch weil die Statistik von Vergewaltigungen in Norwegen katastrophal sein sollen und vor allem konservative Seiten diese Statistiken betonen:

Zurück zu Saladin: Die Frage ist berechtigt, wieviele Leute ihn nicht wählen werden, weil sie die Provokation falsch verstanden haben.


Blick Leserbriefe auf "Blick online".

Aftenposten Artikel vom 5. September 2001.


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