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www.rhetorik.ch aktuell: (4. Juli, 2006)

Chamäleon Joschka Fischer

Artikel über Fischer




Wir haben noch nie eine Person gesehen, die sich so stark wandeln konnte. Vom Strassenkämpfer und Sponti mutierte er zum Umweltminister in Turnschuhen bis zum beliebten Aussenminister. Dann folgte ein Bruch. Fischer hatte Erfolge und überstand Niederlagen. Er war für das Eingreifen der Truppen in Kosowo und wiederum vehementer Gegner deutscher Einsätze im Irak. Er wog lange 110 Kilogramm, speckte dann ab und die Oeffentlichkeit lernte ihn mit 78 Kilogramm als Marathonläufer kennen. Heute bringt er wieder mehr Pfunde auf die Waage. Fischer verabschiedete sich - im Gegensatz zu Schröder - problemlos von der Spitze der Politik und wird nun für ein Jahr Gastprofessor für die "Woodrow Wilson-School of Public and International Affairs" an der amerikanischen Elite-Universität in Princeton. Dort gibt er zuerst ein Seminar für Studienanfänger in "Internationaler Krisendiplomatie". Bei Gastprofessuren achten die Amerikaner vor allem darauf, was einer geleistet und erfahren hat. Massgebend sind nicht Abschlüsse und akademische Titel. Fischer hat sich nach oben schafft ohne Abitur. Er war sogar Schulabbrecher. Fischers Aussage entspricht seinem Wechselverhalten:

"Ich habe mein Leben geändert, ein neues Programm geschrieben und das alte weggeworfen, das ist der entscheidende Punkt."


Sein Wechselverhalten spiegelt sich auch im Umgang mit seinen Ehefrauen. Er war vier Mal verheiratet und ist es derzeit ein fünftes Mal. Wer weiss: Vielleicht überraschte er plötzlich durch seine Treue bis ans Lebensende.

Auch rhetorisch gesehen, haben wir einen unterschiedlichen Joschka Fischer erlebt und anlysiert. Wir sahen oft einen Politiker der überzeugen konnte, dann hat uns aber Joschka Fischer immer wieder enttäuscht, wenn er ins Quasseln kam und lange "schön" reden konnte ohne tatsächlich etwas zu sagen.


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