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www.rhetorik.ch aktuell: (27. Mai, 2006)

Rita Fuhrers Konflikt-Resistenz



Die NZZ vom 27./28. Mai analysierte in einem längeren Beitrag "Die zwei Gesichter der Rita Fuhrer" und beschrieb das Verhalten der beliebten Regierungsrätin, die Konflikte stets ohne Schaden überstanden hatte. Flexibilität und politischer Instinkt haben Rita Fuhrer geholfen.


Hilfreiches Schweigen

Im Gegensatz zu Anita Fetz, die im falschen Augenblick geschwiegen hatte, schwieg Rita Fuhrer elf Tage lang, als sie von ihrer Regierungsratkollegin Dorothée Fierz im Machtstreit ums Tiefbauamt heftig attackiert hatte. In dieser Phase machte sie das, was man von einer Politikerin erwartet. Sie nahm sich öffentlich aus dem Spiel. Sie bezog vor den Medien keine Stellung zu der persönlichen Auseinandersetzung - bis heute nicht. Wie sie aber hinter den Kulissen verhalten hat, wurde nicht publik.


Trittsicherheit in heiklen Situationen

Der SP Regierungsrat Markus Notter bezeichnete früher Rita Fuhrer als "politisches Naturtalent". Nach NZZ sind Ausdauer, Beharrlichkeit und ein politischer Instinkt die Stärken der Regierungsrätin. Unbestritten sei ihr kommunikatives Talent und ihr Geschick, auf Gesprächspartner einzugehen.

Die andere Seite

Im Kontrast zum souveränen, abgeklärten Auftreten soll jedoch - nach Aussagen ehemaliger Mitarbeiter - ein fragwürdiges Agieren hinter zugezogener Tür stehen. Dutzende von Mitarbeitern hätten zum Teil Hals über Kopf ihre Arbeit quittiert. Kritiker bezeichnen Fuhrer als "cholerisch", "dünnhäutig". Sie fühle sich schnell angegriffen und ertrage Kritik schlecht.

Der Umgang mit den Medien

Vor 19 Jahren war Fuhrer als kritische Journalistin beim Zürcher Oberländer aufgefallen. Heute stehe sie jedoch eine kritische Berichterstattung nicht gerne. Bei Widerspruch drohe Gesprächsabbruch. Wer Kritik äussere, falle bei ihr in Ungnade. Bei der Medienkonferenz zur Raumplanung (Flughafen) im Juli 04 nahm Fuhrer demonstrativ im Publikum Platz - bei den Journalisten. Fierz liess sie allein auf dem Podium zurück.

Menschliche Nähe und Emotionen

Ihrem Wahlslogan vor 11 Jahren: "Rita Fuhrer schafft menschliche Nähe" blieb sie bis heute treu. Emotionen sind ein Teil ihres politischen Handelns. 1998 brach sie an einer Fernsehsendung über die Rückschaffung von Flüchtlingen in Tränen aus. Kritiker behaupten, dass bei Rita Fuhrer regelmässig - auch an Sitzungen - Tränen fliessen. (Bewusst eingesetzt?) Emotionales Verhalten wie - Türen zuschlagen und Schimpftiraden - sollen ebenfalls beobachtet worden sein. Vor sechs Jahren sagte Rita Fuhrer von sich selbst: "Ich weiss nur, dass ich mich sehr schlecht fühle, wenn mir etwas nicht gelingt."


Fazit: Eine Politikerin zum Anfassen wird vom Publikum geschätzt.Fehler werden dann auch toleriert.


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