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www.rhetorik.ch aktuell: (20. Februar, 2006)

Friedrich Merz ein Wortraubritter?





Der neue Ordensritter Friedrich Merz hielt eine humorvolle Aachener Ordensrede, die überraschend gut ankam. Am 11. Februar 2006 wurde dem Sauerländer CDU Politiker der Orden "gegen den tierischen Ernst" verliehen.

Nach einem Hinweis in einer Aachener Zeitung soll jedoch der bekannte CDU Politiker die Ritterrede von einem Satirebeitrag abgekupfert haben.

Als Merz auf das verbale Raubrittertum angesprochen wurde, blieb er zuerst kurz angebunden. Im WDR sagte er, er habe die Rede selbst geschrieben, doch habe er einige Gedanken aus einem Text übernommen, der er vor einiger Zeit zugeschickt bekommen habe, von dem er nicht wusste, dass er schon einmal veröffentlicht worden war.

Tatsächlich stammen viele Gedanken von Monika Riebold, Sekretärin an der Uni Bielefeld, die den Beitrag für das Internet Satire-Magazin "zyn.de" geschrieben hatte. Die Autorin hatte sich überlegt, gegen Merz zu klagen.


Der Politiker findet:

"Es ist doch Karneval. Lassen wir uns doch die Freude an der gut gelungenen Festsitzung nicht nehmen!"


Die Turbulenzen umd die Plagiate haben sich jetzt geglättet: Friedrich Merz hat mit der Satire-Autorin Monika Riebold vereinbart, dass sie ihm bei seiner Laudatio auf den nächsten Preisträger helfen werde ("Bild") Er erklärte er sich bereit, "eine ordentliche Summe" an das Kinderhilfswerk Unicef zu spenden.

Kommentar: Viele Redner haben Gostwriter und entlehnen einzelne Gedanken aus Fremdbeiträgen. Doch gibt es auch ein Autorenrecht und die Thematik Plagiat wird Juristen noch lange beschäftigen. Es gibt in diesem Bereich viele Grauzonen.


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