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www.rhetorik.ch aktuell: (16. Februar, 2006)

Dick Cheneys Jagdunfall




Harry Whittington
Der Amerikanische Vizepräsident Dick Cheney verletzte am 11. Februar bei der Wachteljagd einen befreundeten Juristen Harry Whittington. Etwa 200 Schrotkugeln trafen Whittington am Gesicht und in der Brust.
Dick Cheney beim Jagen


Spott

Der Vorfall lieferte amerikanischen Satirikern eine Steilvorlage:
  • Jay Leno sagte in seiner "Tonight Show" auf NBC: "Erst heute habe ich über den Vorfall dies in Erfahrung bringen können: Dick Cheney hat den Mann eine halbe Stunde lang gefoltert, bevor er auf ihn schoss."
  • David Letterman ätzte in seinen "10 besten Entschuldigungen für den Schuss" unter anderem: "Bis die Demokraten endlich der Medicare-Reform zustimmen, müssen wir für unsere Senioren einige harte Entscheidungen fällen."
  • David Letterman "Gute Neuigkeiten, meine Damen und Herren. Wir haben endlich die Massenvernichtungswaffen gefunden. Es ist Dick Cheney."
  • "Wir können nicht Bin Laden finden, aber wir haben eine 78 Jahre alten Juristen abgeschossen".
  • "Ehrlich, ich weiss nicht, warum die Aufregung. Was ist mehr Amerikanisch als einen Jagdfreund in den Hintern zu schiessen."
  • "Als die Leute erfahren haben dass er einen Juristen geschossen hat, ist seine Popularitäsrate auf 92 Prozent gestiegen."
  • "Was ich gerade erfahren habe, hat Dick Cheney nach dem Schuss geschrien: 'Will jemand anders die Landesinterne Telefonüberwachung illegal erklären?' "
Auch die Medien konnten sich Sticheleien nicht verkneifen.
  • CNN zeigte ein Foto von Cheney neben einer Abbildung von drei Wachteln mit der Unterschrift "Friendly fire".
  • USA Today" titelte: "Die Jagdsaison ist eröffnet".


Fasan Auch die politischen Gegner frohlockten:
  • Der demokratische Redenschreiber Jeff Nussbaum: "Die CIA hat Mr. Cheney versichert, dass Mr. Whittington tatsächlich ein Fasan ist",


Kritik

Cheneys Verhalten nach dem Unfall wurde kritisiert. Die Medien wurden erst nach 24 Stunden benachrichtig und erst noch nur durch eine lokale Texanische Zeitung. Cheney selbst schwieg lange.

Hillary Clinton nutzte das Schweigen Cheneys zum Generalangriff auf das Weisse Haus. "Diese Regierung hat die Tendenz zum Zurückhalten von Informationen", sagte die demokratische Senatorin.

Der Washington Post Kolumnist Eugene Robinson sah den Unfall als Metapher für die amerikanische Aussenpolitik: "Achtung, fertig, Feuer, dann Zielen".


Dick Cheney bei der Pressekonferenz

Mea Culpa

Am 15. Februar nam der Vizepräsident erstmals Stellung. In einem Interview übernahm er die volle Verantwortung.

"Ich bin der Mann, der den Abzug drückte."


Es erstaunt nicht: Der Auftritt nahm den Druck von der Geschichte.




Whittington geht es besser. Bei einem Medienauftritt konnte man die Narben im Gesicht gut sehen.


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